Bilingualer Unterricht

Zweisprachiger Unterricht an Berufsfachschulen

Grundbildung

Wer Fremdsprachen spricht, hat bessere Chancen bei der Stellensuche. Aus diesem Grund lancierte der Kanton Luzern im Sommer 2008 das Pilotprojekt «Bilingualer Unterricht». In der Grundbildung werden am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe (BBZB) einzelne Klassen verschiedener Berufe im Fach Allgemeinbildung oder in der Berufskunde, z.T. auch im Sport, in Deutsch und Englisch unterrichtet.

Berufsmaturität

Die BM Luzern am BBZB führt bereits seit Schuljahr 2013/14 ohne Unterbruch eine Bili-Klasse im Vollzeitmodell der Richtung «Technik, Architektur und Life Sciences» (TALS) im Fach «Geschichte und Politik». Zudem wird zurzeit der Bili-Unterricht in den Fächern «Kunstgeschichte» sowie in «Geschichte und Politik» im Vollzeitmodell «Gestaltung, Kunst und Kultur» (GKK) mit einer weiteren unterrichtenden Lehrperson in Rücksprache mit den betroffenen Lernenden situativ weiter eingeführt und etabliert.

Im Schuljahr 2019/20 wurde die Bili-Klasse im Vollzeitmodell TALS mit dem Fach «Physik» ergänzt. 2020/21 folgte das Fach «Wirtschaft und Recht» für das lehrbegleitende Modell zusammen mit dem Fach «Geschichte und Politik».
Flyer BM bili ARTE

Das Bili-Angebot in der Grundbildung und in der Berufsmaturität (BM) ist freiwillig und richtet sich an motivierte, leistungsstarke Jugendliche.

In der Grundbildung unterrichten im laufenden Schuljahr 18 und an der Berufsmaturität sechs Lehrpersonen bilingual. Bei den Lernenden profitieren zurzeit 674 in der Grundbildung und 64 in der BM von bilingualem Unterricht, Tendenz steigend.

SRF Beitrag zum zweisprachigen Unterricht an Luzerner Berufsfachschule

 

                                                                             Do you speak English?

Warum bilingualer Unterricht?

An den Berufsfachschulen, erhalten etwa zwei Drittel aller Lernenden keinen Fremdsprachenunterricht. Wenn man die Kaufmännischen Berufsschulen nicht dazu zählt, erhalten gemäss einer Umfrage sogar 80 % aller Lernenden keinen Fremdsprachenunterricht. Darum verfügen viele Lernende vor Antritt der Lehre über bessere Fremdsprachenkenntnisse als nach Abschluss der Lehre. Diese Fremdsprachenlücke in der Berufsbildung gilt es zu schliessen. Sie kann nämlich später oft nur mit viel Aufwand und Kosten wieder geschlossen werden. Mit dem Angebot von zweisprachigem Unterricht stellen sich Berufsfach- und Berufsmaturitätsschulen dieser Herausforderung und bieten mit dieser Methode eine viel versprechende Form von Sprachschulung an.

                                                                             Please, say it in English…

Was ist bilingualer Unterricht?

Im zweisprachigen Unterricht wird Deutsch und zu circa 30 % Englisch gesprochen, gelesen und geschrieben.

Dabei geht es in erster Linie um die Inhalte des Unterrichts, zusätzlich aber um sprachliche Förderung. Die Lehrperson führt zum Beispiel ein neues Thema zuerst auf Deutsch ein und vertieft das Thema dann mit englischen Aktivitäten. Auf diese Weise werden bei der Verarbeitung des Themas zugleich die Sprachkenntnisse in beiden Sprachen verbessert. Die Sprache wird verwendet, um zu kommunizieren, sie ist „Arbeitssprache“ und nicht Unterrichtsthema wie im Fremdsprachenunterricht. Dabei können ab und zu auch Fehler gemacht werden, ohne dass diese gleich besprochen werden müssen, solange keine Missverständnisse entstehen. Die Lernenden in diesen bilingualen Klassen haben im Unterricht und in den Prüfungen gewisse Freiheiten, in der Zweitsprache oder auf Deutsch zu antworten.

                                                                             Two in one!

Was sind die Vorteile der Methode?

Der Vorteil des zweisprachigen Unterrichts ist die Gleichzeitigkeit des Lernens von Sache und Sprache. Da die Lektionenzahl an Berufsfachschulen nicht ausdehnbar ist, ist ein solch stundenplanneutrales, kompakteres Lernen äusserst effizient. In der gleichen Zeit wie eine einsprachige Lehre dauert (3 oder 4 Jahre) werden die Sachinhalte vermittelt und eine Fremdsprache angewendet.

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