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BBZ Natur und Ernährung

Maiswurzelbohrer

Der Schädling

Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) - nicht zu verwechseln mit dem Maiszünsler - stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Schädling auf seiner Hauptwirtspflanze, dem Mais. Die Hauptschäden verursachen die Larven des Käfers, die Maiswurzeln fressen. Adulte ernähren sich von Maisbart und Blättern. In der Schweiz wurde der Maiswurzelbohrer per 2026 aufgrund der weiten Verbreitung von der Liste der Quarantäneorganismen gestrichen. Die Bekämpfung des Schädlings wird neu in der «Verordnung über koordinierte Massnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen der Kulturpflanzen» geregelt.

 


Ausnahmeregelung 2027 - Trockenheit (Stand 12.08.2026)

Die kantonalen Pflanzenschutzdienste der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Luzern und Schaffhausen haben die Situation gemeinsam und in Absprache mit weiteren Kantonen beurteilt. Aufgrund der ausserordentlichen Witterungssituation und der frühzeitigen Entfernung zahlreicher Maisbestände wird unabhängig von den Fangzahlen des Maiswurzelbohrers im Jahr 2026, eine Fruchtfolgeeinschränkung im Zusammenhang mit dem Maiswurzelbohrer ausgesetzt.


Das gilt konkret
Auf einer Maisparzelle darf im Jahr 2027 erneut Mais angebaut werden, wenn:

  • auf der Parzelle im Jahr 2026 Mais angebaut (inkl. Bedingung Vorkultur "Wiese" (siehe unten)) wurde und
  • die Vorgaben der gewählten Fruchtfolgenvariante «Anbaupause» oder «Flächenanteile Kulturen» eingehalten werden.

Die Regelung trägt der ausserordentlichen Situation dieses Jahres Rechnung. Gleichzeitig wird durch die frühzeitige Entfernung der Maisbestände die Entwicklung und Vermehrung des Maiswurzelbohrers auf den betroffenen Flächen eingeschränkt.

Die kantonalen Pflanzenschutzdienste werden die Situation und insbesondere die Entwicklung des Maiswurzelbohrers weiterhin überwachen.

 


Regelungen ab 2027

Kanton Luzern ist als Befallsgebiet eingestuft

Im Kanton Luzern werden jährlich an fast allen Monitoring-Standorten Maiswurzelbohrer gefangen. Anzahl und Verteilung hängen von den Witterungsbedingungen und Populationsschwankungen ab. Viele Käfer fliegen aus dem Norden ein, je nach Regionen werden sich aufgrund der Ausnahmeregelung von 2019-2025 kleinere Populationen etabliert haben, trotzdem sind keine Schäden oder Meldungen seit Beginn der Ausnahmebewilligung für den Kanton Luzern bekannt geworden.

  • Aufgrund der wiederkehrenden Fänge wird der Kanton Luzern somit als Befallsgebiet eingestuft.

Fruchtfolgeregelung bezüglich Maiswurzelbohrer

Auf den Vorgaben der neuen Verordnung (Verordnung über koordinierte Massnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen der Kulturen - S. 68 - BR10) ist ab dem 01. Januar 2027 Mais nach Mais nur noch möglich,

  • wenn im Vorjahr Wiese als Vorkultur angebaut wurde,
  • wenn die Wiese als Hauptkultur ausgewiesen war (z. B. 2025 Wiese – 2026 Mais – 2027 Mais), oder als Zwischenfutter nach einer früh geernteten Hauptkultur angelegt wurde (z. B. 2025 Getreide – anschliessend Zwischenfutter – 2026 Mais – 2027 Mais),
  • und wenn die Parzelle in einer Region liegt, in der die Zahl von 250 Käfern pro Falle nicht überschritten wurde (wird aufgrund der Trockenheit 2026 so nicht berücksichtigt)

Da das Auftreten von Maiswurzelbohrer sehr schwankend ist, muss die Situation jedes Jahr aufs Neue beurteilt werden. Dies bedarf weiterhin ein jährliches Monitoring des Pflanzenschutzdienstes von Mitte Juni bis Mitte September. Es wird jeweils nach Abschluss des Monitorings über die Fallenfänge und den Entscheid zum Anbau von Mais nach Mais informiert.    


aktuelle Daten der Überwachung des Maiswurzelbohrers

Standort Datum letzte Kontrolle Anzahl Fänge seit Start Monitoring 2026 (Summe)
Alberswil 27.08.2026

16

Ermensee 27.08.2026

9

Escholzmatt 27.08.2026 3
Hasle LU 27.08.2026 93
Hellbühl 27.08.2026 4
Inwil 27.08.2026 9
Luthern 27.08.2026 9
Luzern 27.08.2026 11
Menznau 27.08.2026 2
Pfaffnau 27.08.2026 60
Rickenbach LU 27.08.2026 20
Schüpfheim 27.08.2026 5
Sempach Stadt 27.08.2026 4
Urswil 27.08.2026 24
Weggis 27.08.2026 3
Wilihof 27.08.2026 9
Zell LU 27.08.2026 12

Das Monitoring wurde per 27.08.2026 aufgrund der frühen Maisernte an allen Standorten abgeschlossen.


Kontakt

Mario Kurmann
BBZN Hohenrain
041 590 60 63
079 722 68 95
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